Was eine Agentur-Website über 3 Jahre wirklich kostet

4 Min. Lesezeit

Eine Agentur-Website kostet über drei Jahre deutlich mehr als den Angebotspreis: Zum Einmalbetrag — bei kleinen Unternehmensseiten häufig im mittleren vierstelligen Bereich — kommen Hosting, Wartungsvertrag, Änderungen nach Stundensatz und anteilig der nächste Relaunch. Wer nur den Projektpreis vergleicht, vergleicht die halbe Rechnung.

Dieser Beitrag legt alle Posten auf den Tisch: die typischen Folgekosten, eine 3-Jahres-Vergleichstabelle der drei gängigen Modelle und einen Fragenkatalog für Ihr nächstes Agenturgespräch.

Das Angebot lesen: Der Einmalpreis ist der Anfang

Agenturangebote nennen prominent den Projektpreis: Konzept, Design, Umsetzung, Einpflegen der Inhalte. Für individuelle Unternehmens-Websites bewegt der sich je nach Umfang und Region typischerweise im mittleren bis hohen vierstelligen Bereich — nach oben offen. Dieser Preis ist meist fair kalkuliert: Gutes Design und gute Texte sind Handarbeit.

Das Problem ist nicht der Preis, sondern was er suggeriert: dass die Website damit „bezahlt“ sei. Tatsächlich beginnt mit dem Launch die zweite Hälfte der Rechnung — und die steht selten im Angebot.

Die Folgekosten im Detail

Über die Laufzeit kommen typischerweise vier Posten dazu:

  • Hosting & Domain: überschaubar, aber dauerhaft — oft mit Aufschlag über die Agentur abgerechnet.
  • Wartungsvertrag: Bei CMS-Websites (meist WordPress) sind Updates, Backups und Sicherheits-Checks Pflicht. Wartungspakete kosten je nach Umfang einen zwei- bis dreistelligen Betrag pro Monat (mehr zur Wartungsthematik in unserem Ratgeber).
  • Änderungs-Tickets: Der unterschätzte Posten. Neue Texte, Preise, Bilder werden nach Stundensatz abgerechnet — im deutschsprachigen Raum üblicherweise im hohen zweistelligen bis dreistelligen Bereich pro Stunde, oft mit Mindestabnahme pro Ticket.
  • Relaunch-Rücklage: Nach vier bis sechs Jahren ist eine Website technisch und optisch veraltet. Anteilig gehört dieser Betrag in jede Jahresrechnung.

Einzeln wirkt jeder Posten harmlos. Zusammengezählt über 36 Monate ergeben sie oft ein zweites Projektbudget.

Die 3-Jahres-Rechnung: Agentur vs. Baukasten vs. Abo

So sieht die Gesamtkostenbetrachtung (TCO) der drei Modelle strukturell aus — setzen Sie die Zahlen aus Ihren konkreten Angeboten ein:

Posten (36 Monate) Agentur Baukasten (DIY) Website-Abo
Erstellung Projektpreis (einmalig, hoch) 0 € — aber 40–80 Std. Eigenzeit 0 € (inklusive)
Hosting, Domain, SSL laufend extra im Tarif inklusive
Wartung/Updates Wartungsvertrag extra übernimmt der Anbieter inklusive
Inhaltsänderungen pro Ticket/Stunde Eigenzeit, laufend inklusive (per Nachricht)
Rechtstexte aktuell halten meist extra Eigenrecherche inklusive
Relaunch-Rücklage anteilig einplanen entfällt (Vorlagen-Update) entfällt (Anbieter modernisiert)
Gesamt 36 Monate Einmalpreis + 36 × laufend 36 × Tarif + viel Eigenzeit 36 × Pauschale

Zur Einordnung der Abo-Spalte: Bei Pagoras liegt die Pauschale bei 79 € im Monat, alles inklusive — über 36 Monate also planbare 2.844 € ohne versteckte Posten.

Die nicht-monetären Kosten

Drei Kostenarten tauchen in keiner Tabelle auf, entscheiden aber über den Alltag mit Ihrer Website:

  1. Wartezeit: Zwischen Änderungswunsch und Umsetzung liegen beim Ticket-Modell Tage bis Wochen. Saisonangebote und kurzfristige Änderungen verpassen ihr Zeitfenster.
  2. Abhängigkeit: Ohne Agentur geht nichts — auch nicht, wenn sie im Urlaub, ausgelastet oder irgendwann vom Markt verschwunden ist.
  3. Die Hemmschwelle: Der teuerste Effekt. Wenn jede Kleinigkeit ein kostenpflichtiges Ticket ist, unterbleiben Änderungen — und die Website veraltet schleichend, während sie formal „betreut“ wird.

Diese stillen Kosten sind der Grund, warum viele formal gepflegte Agentur-Websites trotzdem falsche Öffnungszeiten zeigen.

Der Fragenkatalog fürs Agenturgespräch

Stellen Sie diese Fragen, bevor Sie unterschreiben — und lassen Sie sich die Antworten schriftlich geben:

  1. Was kostet eine kleine Textänderung nach dem Launch — konkret in Euro?
  2. Wie schnell wird sie umgesetzt (zugesicherte Reaktionszeit)?
  3. Was deckt der Wartungsvertrag ab — und was ausdrücklich nicht?
  4. Auf wen wird die Domain registriert? (Richtige Antwort: auf Sie — prüfbar über die DENIC)
  5. Wem gehören Texte, Bilder, Quellcode nach Bezahlung?
  6. Welche laufenden Lizenzkosten entstehen (Themes, Plugins, Tools)?
  7. Wann ist nach Ihrer Erfahrung der nächste Relaunch fällig — und was kostet er heute?

Eine Agentur, die diese Fragen souverän beantwortet, ist ein guter Partner. Eine, die ausweicht, hat Ihnen gerade auch geantwortet.

Häufige Fragen

Was kostet eine Agentur-Website ungefähr? Die Spanne ist riesig — von kleinen vierstelligen Beträgen für Template-Anpassungen bis zu fünfstelligen Summen für individuelle Projekte. Entscheidend ist weniger der Einmalpreis als die Gesamtrechnung über drei Jahre: Hosting, Wartung, Änderungen und Relaunch-Rücklage eingerechnet.

Brauche ich wirklich einen Wartungsvertrag? Bei CMS-Websites wie WordPress: praktisch ja. Ohne regelmäßige Updates wird die Seite zum Sicherheitsrisiko. Bei statisch gebauten Websites entfällt dieser Posten weitgehend, weil es keine Plugins und keinen Server-Code gibt, der veraltet — einer der Gründe, warum Pagoras auf statische Technik setzt.

Ist die Agentur damit zu teuer? Nein — sie ist für bestimmte Aufgaben das richtige Werkzeug: individuelle Projekte, Shops, Markenarbeit. Teuer wird sie als Dauerlösung für einen Standard-Webauftritt, dessen einzige Anforderung laufende Pflege ist. Vergleichen Sie pro Anwendungsfall, nicht pauschal.

Fazit

Die ehrliche Rechnung einer Agentur-Website umfasst vier Posten: Einmalpreis, laufende Technik, Änderungen und Relaunch-Rücklage — plus die stillen Kosten aus Wartezeit und Hemmschwelle. Erst diese Summe ist mit Baukasten und Website-Abo vergleichbar. Der nächste Schritt: Nehmen Sie Ihr vorliegendes Angebot, ergänzen Sie die Folgekosten mit dem Fragenkatalog aus diesem Beitrag und rechnen Sie auf 36 Monate hoch. Dann entscheiden Sie.

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Tom Prokscha

Baut und betreut Websites für lokale Betriebe — und schreibt hier auf, was er Kunden im Gespräch erklärt. Mehr über Pagoras

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